12. Tag

Am 4.9.2001 9:45 Uhr, bei km 3.803, verließen wir den KOA Campground Revelstoke mit dem Ziel Balfour.
Die Fahrt ging über die Straße Nr. 23 zunächst bis zum Fähranleger Shelter Bay. Eine landschaftlich sehr schöne Strecke.

Shelter Bay

Die Fähre überquert den Oberen Arrow See und legt in Galena Bay auf der Ostseite des Upper Arrow Lake an. Sie fährt, zwischen 5:00 Uhr und 24:00 Uhr, stündlich. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Die Überfahrt ist kostenlos.

Die Fähre legt an

Eine kurze Wartezeit wurde benutzt um eine Informationstafel über das System der Stauseen des Columbia Rivers zu studieren. Hier eine Übersetzung des wesentlichen Inhalts.

Arrow Seen

Bevor Damm und Stausee entstanden, waren hier zwei große natürliche nährstoffarme Seen, die eine schmale Verbindung, in der Nähe von Burton, hatten. Der oberer und untere Arrowsee waren Lebensraum für eine große Zahl von Fischarten. Bevor 1941 der gewaltige Coole-Damm gebaut wurde, zogen sogar Lachse und Steelhead Forellen zum Laichen aus dem Pazifik in den Columbia River.

Columbia River Staatsvertrag

Der Staatsvertrag über den Bau von Staudämmen und Wasserkraftwerken im Columbia River wurde 1964 durch die Regierungen von BC, Canada und der USA ratifiziert. Canada baute den Mica-, Keenleyside- und Duncanstaudamm und die USA baute den Libbydamm. Im Bereich BC wurden 425.000 m3 Wasser gespeichert. Die Aufstauung im Jahre 1948 hatte für den Lebensraum entlang des Columbia River verheerende Folgen, 41 Tote und 38.000 Menschen wurden heimatlos. Die Regierung von BC gründete die BC Hydra Gesellschaft baute die Staudämme und eröffnete deren Betrieb.

Arrow Stauseen

Der High-Keenleyside-Damm schaffte Seen in einer Länge von 190 km und mit einer Fläche von 507 km2. Der Damm brachte auch eine Veränderung des Wasserstandes von 8 m bis zu 15 m. Dadurch wurde auch der Uferbereich, der ein historischer Lebensraum für die Fische war, zerstört.

Auswirkung auf Fische

Der Keenleysidedamm schnitt 30 % der Laichplätze vom Arrowsystem ab. Der Micadamm hatte zur Folge, daß die Regenbogenforellen stromaufwärts von ihren Laichgründen abgeschnitten wurden. Der Aufstau durch den Revelstokedamm staute 150 km des Columbia Rivers und blockierte den Zugang zu 200 km Nebenflüssen, die durch Lachse und Forellen als Laichgründe genutzt wurden.
Insgesamt führten die Dämme dazu, daß schätzungsweise jährlich einen Verlust von 500 erwachsen Regenbogenforellen, 500 kleinere Regenbogenforellen, 4.000 laichende Bullforellen und 500.000 laichende Lachse zu beklagen war.
Der allmähliche Einfluß durch Nährstoffe auf die Qualität der Seen durch die stromaufwärts gebauten Dämme und durch die Ablagerungen in den tiefen Becken, über eine Periode von 25 Jahr, wurden nicht beim Bau vorausgeahnt. Alle Sportfischarten in den Arrowseen enthalten mittlerweile Stickstoff und Phosphor und werden hierdurch zum Verzehr ungeeignet.

Können die Fische zurück kommen ?

Im Kootenaysee wurden ähnliche Entwicklungen beim Rückgang des Fischbesatzes 1991 flußabwärts des Libbydamms und des Ducandamms festgestellt. Das BC Umweltministerium und die BC Hydro leiteten ein Förderungsprojekt ein. Dieses führte dazu, daß im Kootenay See 1998 eine Zählung von Lachsen ergab, daß über 800 %, das waren 25 - 30 Million, flußaufwärts zogen. Auch die laichenden Fische nahmen von 270.000 im Jahre 1991 auf 2,2 Million in 1998 zu. Die Wissenschaftler haben sich jetzt auf die Arrowseen konzentriert. Man kann auf der Fähre weitere Informationen über das Arrowseen-Projekt bekommen.

Einige Bilder von der Überfahrt.

Auf der Fähre
Begegung
Seeblick gen Norden
Seeblick gen Süden
Nach dem Anlegen am Fähranleger Galena Bay ging die Fahrt weiter Richtung Nakusp.

Bei km 3.908 in Nakusp machten wir einen ca. 13 km Abstecher nach Nakusp Hot Springs. Eine phantastische, aber auch schwierige Strecke.