Skagway

1 Luftaufnahme

Bei km 210 wurde das Tagesziel Skagway erreicht. Der Skagway Mountain View RV Park wurde als Standort für eine Nacht gewählt. Das Zentrum ist von hier in 5 min Gehzeit zu erreichen.

Skagway Mountain View R. V. Park (Priv.)

Broadway Nr. 12 -14, RV & Zeltplätze, Wasser, Strom, Toiletten, Münzduschen, Feuerstellen, Picknicktische, Waschsalon, Fernsehen, Eis, RV-Wäsche. Preise von $14 bis $23, abhängig von der Jahreszeit. Dumpstation (im Stellplatz enthalten) sonst $5.

Tlingit Indianer

Die Tlingit Indianer, mit den Athabascans verwandt, sind die traditionellen Bewohner des Südosten von Alaska. Das milde Klima und die unglaublichen Naturschätze (Lebensmittel, Pelze und Brennstoffe) ermöglichten es den Tlingits ein ausgeklügeltes und komplexes Gesellschaftssystem, eine eigene Religion und eine selbstständige künstlerische Tradition zu schaffen. Da die Tlingits sehr gute Seefahrer waren, konnten sie bis zu 1.500 km in den Nordwesten reisen und mit den dortigen Einwohnern Handel treiben.
Tlingit Händler aus dem Südosten Alaskas, wagten es schon vor 200 bis 300 Jahren, in das innere Yukon zu kommen, um hier Handel zu treiben. Heute sind die meisten Carcross/Tagish First Nation Leute Nachkommen der Tagish und Tlingit.
Ein Tlingitstamm ließ sich im Gebiet Carcross/Tagish nieder und brachte seine Sozial- und Stammesordnung mit, die heute noch einen starken Einfluß auf die Tagish/Tlingit Kultur hat. In der Sozialordnung der Tlingits richtete sich das Ansehen Einzelner nach ihrem Reichtum. Um diesen zu demonstrieren, wurden die, einstmals aus religiösen Motiven veranstalteten Potlachs1, gefeiert, ein großes Familienfest, bei dem die Gäste im Übermaß bewirtet und beschenkt wurden. Das Potlatch ist eine sehr wichtige Einrichtung, die trotz des Verbots von 1890 bis 1951, durch die Regierung, überlebte.
Manche Tagish/Tlingit First Nation Leute waren, während des Goldrausches, Träger der Goldsucher, die auf dem Chilkoot Trail nach Norden zogen.

Historisches Skagway

Das historische Skagway erlebte, während der Zeit des großen Klondike Goldrausches von 1898, zehntausende Glücksucher. Hier spuckten Dampfschiffe die wilden Haufen an Land, die schnell zum Anfang des Landweges zu den Goldfelder in das Yukon wollten. Der Landweg führte von Skagway über den White Pass Trail oder vom nahegelegen Dyea über den Chilkoot Trail. Bevor die einsamen Männer die Stadt verlassen konnten, wurden sie durch 80 Saloons, bunt bemalten Damen und den schnellen Fingern von Spielern und Dieben wie Jefferson R. “Soapy” Smith und seiner unbarmherzigen Bande, ausgenommen.
Eine Gruppe englischer Finanziers erwartete ein einträgliches Geschäft und begann im Juli 1898 mit dem Bau einer Schmalspurbahn über den White Pass, der White Pass & Yukon Route Railway (siehe Seite 12). Um eine Verbindung mit der Dampfschiffroute zu schaffen, wurde im Jahr 1900 diese bis Whitehorse weitergebaut. Die White Pass Corporation schuf ein Beförderungsnetzwerk in den Norden, das heute noch besteht. Skagway hat in der Zeit des Goldrausches 1898 einen Aufschwung genommen, der sich aber 1899 normalisierte. Nach der Jahrhundertwende wurden viele Geschäfte von den Avenuen zur Hauptseite des Broadways und in die Nähe der White Pass Railway verlagert. Die Stadt entwickelte sich ständig weiter und wurde letztlich zur Hafenstadt des Yukon. Feuer, die Plage mancher historischen Stadt in Alaska, hat die Geschäftsviertel in Skagway nie verwüstete. Daher erlebt man hier eine authentische Goldrauschatmosphäre. Die ganze 800 Seelen-Gemeinde ist heute voll auf Tourismus ausgerichtet.
Die meisten Gebäude sind wieder so restauriert, wie sie damals ausgesehen haben, auch der Bahnhof der bereits erwähnten Eisenbahn. Eines der Highlights ist eine Schneefräse, die Snow-plow Nr.1, mit der früher im Winter die Schienen vom Schnee befreit wurden.

Hundert Jahre Skagway

Der Name Skagway stammt aus S K A U A, ein Wort der Tlingit Indianer für "windiger Ort". Die ersten Bewohner in diesem Gebiet waren Ureinwohner aus den Dörfern am Chilkoot und Chilkat im Gebiet von Haines-Klukwan. Von Dyea aus benutzten sie den Chilkoot Trail, um mit den Ureinwohner im Yukon Territorium Handel zu treiben. Das windige Tal von Skagway war ein gutes Gebiet für die Jagd von Bergziegen und Bären, war aber bis 1887 kein ständiges Jagdgebiet. Im Juni 1897 begegnete Jim Skookum (siehe Seite 12), ein Tlingit aus dem Gebiet Carcross-Tagish, Mitglieder der William Ogilvie Expedition, einem kanadischen Vermessungstrupp, der nach Norden kam, um Karten über dieses Gebiet herzustellen. Kapitän William Moore, ein Mitglied der Vermessungstruppe, wurde von Jim Skookum überredete ihm über die Berge zu folgen, während die Anderen die Chilkoot Route nahmen. Von der Küste reisten sie in zwei Tagen von Skagway zum Bennett See und trafen hier die andere Gruppe sieben Tage später. Die zwei Männer waren begeistert und lobten die Vorteile dieser neue Route durch das Gebirge. Ogilvie, zuvor erwähnt, gab dieser Route den Namen White Pass Route, nach dem Minister der Landesregierung Sir Thomas White. Moore hatte die Vision, seine Hafenstadt an eine Eisenbahn anzuschließen. Er schickte seinen Sohn Bernhard iim Oktober 1887 in dieses Tal zurück. Der baute eine Hütte und einen Kai und wartete. Eine kleine Rast bringt manchmal einiges mehr. Im August 1896 machten die Tlingits Jim Skookum und Charlie Dawson mit George Carmacks aus Kalifornien einen großen Goldfund am Rabbit Creek (Kaninchen-Bach), einem Nebenfluß des Klondike Rivers, etwa 600 Meilen nördlich von hier. Der Bach wurde umbenannt in Bonanza Creek (Goldgrube Bach). Als die Welt von diesem Goldfund hörte, begann im Juli 1897, der Klondike Goldrausch (1897 - 1898).

Über einige Jahrhunderte kontrollierten die Tlingits diesen Paß. Der Massenansturm führte dazu, daß sie die Kontrolle aufgeben mußten. Dennoch führten einheimische Träger die Goldgräber über das Gebirge und wurden gut dafür bezahlt.

Zur Erinnerung an Inspektor Charles Constantine und seinem Partner Sergeant Charles Brown von der Mounted Police. Erste Mitglieder dieser historischen kanadischen Mounted Police, diese zwei Polizisten, landeten am 29. Juni 1894 bei Skagway, Alaska. Hier betraten sie kanadischen Boden und reisten über den Chilkoot Pass über 500 Meilen den Yukon River hinab, in ein Gebiet von vierzig Meilen, mit dem Auftrag die kanadische Hoheitsgewalt zu vertreten und Recht und Gesetz, angesichts des zunehmenden Goldrausches, herzustellen.
Am 24. Juli 1895, begannen Inspektor Constantine und weitere 19 Polizisten mit dem Aufbau des Fort Contantine. Im Jahre 1900 endete der Ansturm der Goldsucher über den Chilkoot Pass, aber die Männer der Mounted Police blieben, um die kanadischen Gesetze in der Wildnis des Yukon durchzusetzen.
Errichtet am 26. Juni 1994 durch die Royale Canadian Mounted Police des Yukon, Canada.
Die Tlingitträger hatten von ihren Vorfahren Jahrhunderte Kenntnis über diese Route. In ihrer traditionell Kleidung aus Elch- und Bärenfell trugen sie die Ballen aus dem Fell von Bergziegen auf ihrem Rücken und schnallten sie mit einem Bauchriemen fest. Ein Träger führt hier einen 30 jährigen Goldgräber gerade von einem Schiff am Puget Sound, der entschlossen ist, die Goldfelder zu erreichen. Sein Gepäck ist ein Holzkasten, an dem außen sein Jagdmesser, eine Schaufel und eine Goldpfanne angeschnallt waren. Er hoffte noch vor dem Winteranfang Reichtümer zu gewinnen. Mit offenen Augen und einen hoffnungsvollen Lächeln beginnt der Goldsucher seinen Weg, hat aber keine Ahnung über dessen Härte.

Goldgräberstädtchen Deya

Über eine enge Schotterpiste am Fjord entlang kommt man zum, heute nun nicht mehr existierenden, Goldgräberstädtchen Deya. Hier kann man nur noch ein paar Ruinen des ehemaligen über 10.000 Einwohner zählenden Ortes besichtigen. An der Schotterpiste findet man sehr schöne Ausblicke, währen die Ruinen von Deya wenig beeindrucken.

Klondike Gold Rush National Historical Park

Der Klondike Gold Rush National Historical Park wurde 1976 damit beauftragt, die Geschichte des Goldrausches von 1897-98 im Klondike zu bewahren und zu vermitteln. Der Park besteht aus vier Teilen, einem sechs Block umfassenden historischen Bezirk im Geschäftsviertel von Skagway; dem 17 Meilen Chilkoot Trail, dem White Pass Trail und dem Visitor Center, 117 Main St. (Pioneer Square), Seattle, Washington.
Das National Park Service Visitor Center
Das National Park Service Visitor Center an der 2. Allee und Broadway ist der Ausgangspunkt zur Erforschung des Bereichs, der an den Goldrausch erinnert. Ein variables Programm wird während der Monate Mai bis September angeboten. Das Visitor Center ist in dem renovierten Eisenbahndepot aus dem Jahre 1898, neben der White Pass - Yukon - Route Railway, zu finden. Das Visitor Center zeigt eine ständige Bilderschau über das Zentrum und versorgt Besuchern mit Informationen über die Natur und Kultur und bietet Hilfen zur Freizeitgestaltung.

White Pass - Yukon Route - Railway

In den Jahren 1997 und 1998 beging der Park den hundertjährigen Klondike Goldrausch. Am 5. August 1998 wurde die, durch den U.S. National Park Service betriebenen, Chilkoot Trail National Historic Site und der Parks Canada "Klondike Gold Rush National Historical Park" als "International Historical Park" ausgewiesen.
Der National Park Service war das Instrument zur Bewahrung und Wiederherstellung des historischen Skagway und unterstützte die Gemeinde dabei, eine historisches Umfeld herzustellen. In allen Parks wurden 14 von 15 historische Gebäude, die für die Zeit des Goldrausches von Bedeutung waren, erworben und renoviert. Sechs der renovierten Gebäude wurden als Läden genutzt (betrachte die Messingplatten vor den Eingängen). Andere renovierte historische Gebäude, Haus des Besucher Zentrums und Verwaltungsbüros, Mitarbeiterwohnungen oder der Mascot Saloon und das J. Bernhard Moore Haus, dienen als Beispiele.
Das Moore House wurde durch den visionären Gründer von Skagway, Captain William Moore und seinen Sohn J. Bernhard Moore gebaut . Es ist ein bekannter Anziehungspunkt. Das Äußere wurde 1904 restauriert und mit vielen Einrichtungsstücken der Familie ausgestattet. Das Moore Haus dokumentiert das Leben einer Familie in der späten viktorianischen Epoche einer Pionierstadt in Alaska.

Chilkoot Trail

Der Anfang der Route zu den Goldfeldern im Yukon war der Chilkoot Trail. Diese Versorgungsroute hat eine Länge von 53 km. Es ist eine eindrucksvolle Wanderung vom der Gezeitenküste am Dyea zum Bennett Lake in Canada (27 km in USA, 26 km in Canada). Wanderer, die dieses Abenteuer wagen, sollten das Trail Center am Broadway, gegenüber der Straße des Visitor Center besuchen. Geöffnet von Mai bis September. Hier erhält man Informationen über den Wegezustand, meldet sich an und erhält eine Genehmigung.

Goldgräberfriedhof

Ein alter Goldgräberfriedhof, der etwas vor der Stadt im Wald liegt, ist interessant.

Hier liegt auch der berühmt-berüchtigte Soapy Smith begraben, der zahlreiche Goldgräber schlitzohrig um ihr sauer verdientes Geld gebracht hat und deshalb sein Leben durch eine Kugel verlor.

Jefferson R. Smith

Geboren: 1860 • Gestorben: 8. Juli 1898
Der allbekannte Jefferson Randolph "Soapy" Smith, König der Betrüger, wurde im Beisein vieler Leute am 8. Juli 1898 durch Frank Reid erschossen. Die Skagway Nachrichten berichtete: "Freitagnacht, um 9:30 Uhr fand die schräge Karriere des "Soapy" Smith, durch eine 38 Kaliber Kugel aus dem Revolver in der zielsicheren rechten Hand des städtischen Landvermessers Frank H. Reid, ein plötzlich Ende.
Der Schuß kam, als Smith auf dem Weg war, ein großes Treffen seiner Gegner auf dem Juneau Kai zu verhindern.
Die von Reid abgefeuerte Kugel tötete Soapy Smith sofort und beendete die lange und erfolgreiche Karriere eines in Skagway höchst umstrittenen Charakter. Die gleichzeitigen Schüsse aus Smith's Gewehr verwundeten Frank Reid tödlich.

Frank H. Reid

Geboren: 1843 • Gestorben: 20. Juli 1898
"Er gab sein Leben für die Ehre von Skagway"
Dieser einfache Satz, die Inschrift auf dem größten Denkmal auf dem Goldgräberfriedhof, beschreibt das Gefühl von Skagway für den abgereisten Helden.
Durch eine Kugel aus Soapy's Gewehr am 8. Juli 1898 wurde Frank Reid tödlich verwundet. Nach zwölf qualvollen Tagen im Krankenhaus starb Reid an den Schußverletzungen.
Geachtet wegen des Schusses auf Soapy Smith wird er noch heute als einer der Helden Skagway's genannt.
Reid war auch verantwortlich für die Entwicklung von Skagway Anfang 1898. Als Stadtvermesser sieht man ihn auch noch heute.

Lower Reid Falls

Ein kurzer Spaziergang, der zu einem rauschenden Wasserfall führt - Lower Reid Falls -, der in der Nähe des Friedhofs aus den Bergen zu Tal rauscht, lohnt sich.

Stadtbummel
Bummel auf dem Broadway
Red Onion Saloon
1 Im Red Onion Saloon
Zum Lunch kehrt man im Red Onion Saloon ein. Hier sind alle Angestellten in historische Gewändern gekleidet. Selbst der Klavierspieler wirkt wie aus dem 19. Jahrhundert übriggeblieben. Zahlen darf man natürlich dennoch mit Kreditkarte. Aber das Trinkgeld sollte man lieber in bar geben, sonst bringt man sich um ein ganz besonderes Vergnügen. Diese -natürlich Dollar Scheine!- darf man der -natürlich weiblichen- Bedienung ins Strumpfband stecken! Das lasse man sich natürlich nicht entgehen.
Im oberen Stock des Red Onion Saloon war früher ein Bordell. Über der Theke war, stellvertretend für jede der Damen, die gerade frei war, eine Puppe aufgestellt.
Eine der bekanntesten Damen, die hier gearbeitet haben, war die berühmte Klondike Kate.
1 Im Red Onion Saloon
Skagway Fish Companie
Wir hatten uns entschlossen, am Abend ein gutes Fischessen zu zelebrieren. Uns war das Fischrestaurant "Skagway Fish Companie" am Yachthafen empfohlen worden. Es liegt an dem Congress Way, etwa 10 Gehminuten vom Skagway Centennial Park entfernt.

Dieser Besuch hat sich gelohnt.

Schneefräse, die Snow-plow Nr.1

Die White Pass Snow Fleet

Diese 129 Tonnen schwere Schneefräse wurde 1899 von der Cooke-Locomotiv und Machinery Co. Patterson, New Jersey, gebaut. Über die Zeit ihres Einsatzes bis 1964 machte sie 2.580 Räumfahrten und legte dabei 181.000 Meilen zurück. Sie wurde im Winter 1995 restauriert und nahm ihre Tätigkeit am 25. April 1996 wieder auf.

Besuch bei einem Bildhauer
Skagway River
Blick über den Hafen