3. Tag

Spirit Lake Wilderness Resort (Priv)

Don 07. 08. 03, bei km 94, ging die Reise vom Spirit Lake Wilderness Resort mit dem Ziel Skagway weiter.

Bei km 102 kamen wir zum Carcoss Desert Aussichtspunkt.

Carcoss Desert Aussichtspunkt


1 Carcoss Desert

Carcross Desert, mit einer Gesamtgröße von 260 Hektar, wird als die kleinste Wüste der Welt bezeichnet. Die Wüste ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, als ein großer Gletschersee, nachdem sich die Gletscher zurückgezogen hatten, austrocknete. Zurückgeblieben ist der sandige Seegrund. Starke Winde verhindern die Vegetation fast vollständig.

Carcross

Bei km 104 zweigt die Zufahrt zur Carcross Downtown rechts ab.

Eine reizende kleine Gemeinde mit vielen Blockhäusern und weißen Sandstränden. Tausende Goldsucher, die in Bennett City „in See" gestochen waren, landeten hier.

Es gibt hier einen einfachen Campground mit 12 Plätzen.

Geschichtliches

James "Skookum" Jim Mason


Gedenktafel

"Skookum" Jim, ein Tagish Mann vom Stamme der Dakhtàwèdi und des Wolf, fand im August 1896 am Rabbit ( Bonanza) Bach, ein Nugget Gold. Damit begann der Klondike Goldrausch, der die Geschichte des Yukon veränderte. Er machte diese Entdeckung während einer Reise, den Yukon River stromab, um seine Schwester Kate und ihren Ehemann George Carmack zu suchen. Berühmt für seine sagenhafte Nase für lohnende Entdeckungen und seine körperliche Stärke, "Skookum" (stark), glaubte Jim, der Geist des Frog (Frosch) hätte ihn zum Gold geführt.
Er wurde sehr reich, blieb aber ein großzügiger Mann, der nie seine Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft vergaß.

White Pass & Yukon Railway


Alter Bahnhof der White Pass & Yukon Railway

Die komplette Geschichte der Gegend findet man im alten Bahnhof, der heute das Besucherzentrum beheimatet. Dieses Gebäude ist als National Historic Railway Station ausgewiesen.

Die Geschichte der White Pass & Yukon Route Railway begann im April 1898, bei einem Treffen einer Gruppe englischer Finanziers, im besonderen die Close Brüder, in einer Kneipe in Skagway. Diese hatten die Rechte für den Frachttransport in das Yukon Territorium erworben. Damit war ihnen auch erlaubt, eine Bahnlinie von Skagway am Pazifik in das Yukon Territorium zu bauen.

Das Yukon war zu dieser Zeit überwiegend unerforschte Wildnis. Die Nachrichten vom Gold im Klondike führten dazu, daß alle das Gold am Rand Welt haben wollten. Dieses war aber, wegen der großen Reiseentfernung und der Geländebeschaffenheit, sehr schwierig. Hieraus entstand ein verzweifeltes Bedürfnis, eine Eisenbahn zu bauen.

Im April 1898 kamen drei Repräsentanten der Gesellschaft nach Skagway um die Strecke zu vermessen und zu entscheiden, ob der Plan durchführbar ist. Nach der Besichtigung der Felsenriffe und der Felswände, die die Schienentrasse kreuzen, waren die drei Männer bereit, den Plan aufzugeben. Die Drei trafen Michael J. Heney, einem unabhängigen Eisenbahnunternehmer, der wie sie in Skagway war, zu prüfen, ob der Bau einer Eisenbahn möglich ist.

Heney hatte den Überblick über die Strecke und war überzeugt, daß der Bau einer Eisenbahn durchführbar ist, aber ihm fehlte das notwendige Kapital. Er überzeugte die anderen und ein Bündnis wurde geschlossen.

Die Bauausführung begann am 28. Mai 1898 und war auf eine 110 Meilen Strecke begrenzt. An der Bauausführung waren 3.500 Männer über mehr als 26 Monate bis zur Fertigstellung tätig. Hinzu kam die Schwierigkeit, das Skagway 1.000 Meilen vom nächsten Versorgungpunkt entfernt war.

Das Gelände über den White Pass war brutal und die Wetterbedingungen waren sehr schlecht. Trotzdem ging die Arbeit, wie geplant, voran. Nach neun Monaten, mit Unterbrechungen, erreichte die Gleislinie die Gipfelhöhe. Da waren alle ziemlich erledigt. Der Bau wurde bis zum Bennett Lake fortgeführt. Dieser wurde im Juli 1899 erreicht, mehr als ein Jahr nach dem Baubeginn.

Das Sprengkomando blieb weiter am Bennett und sprengte den Bahnkörper entlang des Sees frei, während der Rest der Mannschaft nach Norden ging um den Abschnitt der Bahnlinie von Carcross nach Whitehorse zu bauen. Für die Bauzeit wurde in Carcross ein Arbeitslager eingerichtet. Während der Abschnitt der Bahnlinie Carcross-Whitehorse fertiggestellt wurde, gingen die Arbeit an der Bennett Lake - Carcross Strecke weiter. Die Gleisstrecke erreichte Carcross am 29. Juli 1900 um 17:00 Uhr und der letzte Schwellennagel wurde im Beisein einer riesigen Zuschauermenge eingeschlagen.


Die schaukelnde Brücke der White Pass & Yukon Railway über Nares River

In den frühen Jahren verlief die häufig benutzte Route in das innere Yukon über den südlichen Paß und traf den Bennett Lake. Von hier konnte man mit Booten weiter über Flüsse nach Norden fahren.

Tausende von kleinen Booten segelten, in den Tagen des Goldrauschs, hier auf ihrem Weg in das Klondike vorbei. Die Wasserroute entwickelte sich weiter und wurde bald von Dampfschiffen wie der Gleaner und Kilbourne beherrscht.

Bennett am Südende und Carcross hier am Nordende des Sees waren zentrale Schiffahrtspunkte.
Wegen der Bedeutung des Schiffsverkehr wurde diese Brücke ursprünglich als Zugbrücke oder Drehbrücke geplant.
Die Brücke wurde von der Puget Sound Bridge and Dredging Company im Jahre 1900 gebaut. Sie ist 123 m lang. Die 45 m lange Mittelsektion ist auf einer zentrale Achse schwenkbar und erlaubt damit Booten die Durchfahrt.
Bennett, mit einer Einwohnerzahl von einigen Zehntausend, wurde eine Geisterstadt und Carcross ein Verkehrsknotenpunkt für die Eisenbahn. Die Brücke wurde nur wenigen Male geöffnet und schließlich dauerhaft geschlossen.


Fußgängerbrücke

Die Fußgängerbrücke kreuzt den Nares River, der die Verbindung zwischen Nares Lake und Bennett Lake bildet. Der Nares ist auch bekannt als Natassa Heenie River.


Watson General Store und Caribou Hotel

Dieses ist der alte, aber noch in Betrieb befindliche, Watson General Store in der Downtown mit dem Caribou Hotel. Es ist die älteste Einrichtung im Yukon.

Nach kurzer Fahrt liegt, bei km 116, Bove Island.

Bove Island


Bove Island

In diesem Gebiet zogen vor vielen Jahre die Tagish und Tingit Indianer umher. Dieser Bereich ist auch der Lebensraum von Waldland-Karibus sowie Bären, Elche und Schafe.

Einer der ersten Entdecker, der dieses Gebiet erforscht, war ein Amerikaner mit Namen Frederick Schwatka. Er war Leutnant der dritten amerikanischen Kavallerie, der im Jahre 1883 nach Norden gesandt wurde, um den Yukon River zu erkunden, obwohl das ganze Yukon, zu dieser Zeit, ein Teil Canada war und außerhalb des amerikanischen Verwaltungsbereichs lag.

Schwatka reiste über den Chilkoot Paß zu den Lindemann und Bennett Lakes. Von hier führte die Strecke über Wasser stromab zum Bennett Lake, weiter durch sich verengendes Wasser, wo später Carcross entstand, zur Mündung des Windy Arm. Von hier reiste er weiter stromab über die Tagish und Marsh Lakes zum Yukon. Fünfzehn Jahre später folgten auf derselben Route tausende Goldsucher auf dem Wege nach Dawsen City.

Schwatka war dafür bekannt, daß er jedem geographischen Ort einen neuen Namen gab. Er zeichnete diese Namen auf und prüfte, ob nicht die Namen bereits von den einheimische Bergarbeiter oder Indianern benutzt wurden.

Der Name Island Bove wurde nach dem Namen des Leutnants der italienischen Marine Bove vergeben. Schwatka vergab auch den Namen Tagish Lake, obwohl er wußte, das hier ein Indianerstamm Tagish existierte. Der Name Tagish Lake wurde im Jahre 1887 durch den kanadischen Entdecker George Mercer Dawson wieder eingeführt, aber die Insel behielt den Namen Bove.

Bove Island ist kein überlieferter Name der Tagish oder Tlingit Indianer, aber die Inseln etwas östlich von Bove werden Ké itladi X'àati (Seemöveninsel) oder Kaa Shakee X'áat'i (Overhead Islands) in der Tlingitsprache genannt.

Dieses Gebiet, mit tiefen Täler und kleinen Seen, ist reich an Gold und Silber und war ein Ort mit Bergbauaktivitäten. Ruinen alter Werkbahnreste sind noch zu sehen. In den frühen 1900er Jahren fuhren Dampfschiffe von Carcross zu der Bergbaugesellschaft Conrad. Sie war für eine kurze Zeit an den Ufern des Windy Arm aktiv.

Venus Mill

Bei km 127 erreichten wir den Rastplatz Venus Mill. Hier sind die historische Überreste einer Erzbrechanlage und einer Transportbahn der Venus Mine Nr. 1 u. 2, eine im frühen 19. Jahrhundert betriebene Gold- und Silbermine.


Venus Mill

Die Venus Mill wurde 1908 für die Bergwerke des Oberst J. H. Conrad's Venus Mill Nr. 1 und Nr. 2 gebaut, die hoch in den Bergen in der Nähe dieses Standorts lagen.

Ein offene Werksbahn transportierte Silbererz zu der Mill. Sie hatte ein Leistungsvermögen von 100 Tonnen pro Tag. Schwerkraft und Wasser transportierten das Erz über mehrere Ebenen von Brechern, Sortiertrommeln und Transportbändern zu Konzentratoren. Unten kam das gereinigte und konzentrierte Erz heraus und lief in ein Schiff. Der Transport per Schiff führte zuerst über Wasser bis Carcross und dann mit der Eisenbahn zum Gezeitenhafen Skagway in Alaska.

Mit der modernsten Technologie lief die Anlage rund um die Uhr, arbeitete aber unwirtschaftlich. So wurde sie nach zwei Jahren stillgelegt.

Tushi Lake

Bei km 140 erreicht man den Tushi Lake und die Grenze Yukon / BC. Eine phantastische Landschaft.


Tushi Lake

Log Cabin Chilkoot Trail National Historic Site

Bei km 166 beginnt der 55 km lange Chilkoot Trail. Bevor man sich aufmacht, diesen Weg zu begehen, sollte man Kontakt zum Parks Canada und Trail Zentrum in Skagway oder in Whitehorse aufnehmen.

Uns begegnete an dieser Stelle die White Pass & Yukon Railway, die auch heute noch Touristen von Skagway bis Carcross und zurück befördert.


White Pass & Yukon Railway

Canada Zollstation und Fraser

Bei km 174 liegt die kanadische Zollstation.

Etwas nördlich des Canada Zoll gelegen, bietet dieser Platz Besuchern zwei Tafeln mit Erläuterungen. Eine informiert den Reisenden über das Gebiet und Höhepunkte entlang der Route nach Whitehorse. Die andere Tafel berichtet über den Bau der White Pass & Yukon Route Railway. 1994 wurde der Bau der WP & YR Railway Strecke durch die "Canadian and Amirican Societies" als ein internationales historisches Wahrzeichen des zivilen Ingenieurwesen bezeichnet. Wanderer des Cilkoot Trails können vom Bennett Lake zu Fraser fahren.

White Pass

Bei km 187 hatten wir die Paßhöhe des White Pass erreicht. Ein einmaliges Panorama.


White Pass - Panorama -

USA Zollstation

Bei km 199 wurde die USA - Zollstation erreicht.

Der Grenzübergang nach USA - Alaska verlief ohne Probleme und ohne eine Wartezeit. Nach Ausfüllen eines Formulars, das in deutscher Sprache verfaßt war und Zahlung von 6 US $ für das Visum, waren wir nach etwa 15 min in USA.