14. Tag

Dawson City, Guggie Ville R.V. (Priv.)

Mon 18. 08. 03, bei km 2.468, setzten wir unsere Reise mit dem Ziel Mayo Five Mile Campground (Gov.) fort.

Bei km 2.523 ist der:

Tintina Trench Viewpiont

Eine Haltebucht an der Nordseite der Straße erlaubt einen phantastischen Blick auf den Tintina Trench und den Klondike River.

Im Mai und September ist der Tintinagraben eine stark benutzte Vogelzugroute. Er ist ein Wanderungskorridor für Kraniche, Tundraschwäne, Wanderfalken und zahlreiche anderen Vogelarten. Die felsigen Ufer, Feuchtgebiete, Sumpfgebiete und viele Insekten liefern geeignete Nistplätze und auch für die unterschiedlichen Arten eine Fülle guter Nahrung. Der Zug der Kraniche ist wohl der eindrucksvollste Vogelzug. Man kann mehr als 200.000 dieser großen Vögel auf ihrem Weg zu den Nistplätzen sehen. Ihr Geschrei erfüllt das Tal.

Der Tintinagraben ist, über das ganze Jahr, Lebensraum einer großen Zahl von Wildtieren. Hier lebt eine besonders große Luchs-Population.

Die zahlreichen Flüsse im Tintinagraben versorgen die Vogelschwärme auf ihrem Zug und bieten Laichgründe für Lachse.

Von diesem guten Aussichtspunkt blickt man auf ein ökologisch wertvolles Gebiet der nördlichen Hochebene des Yukon, das der Tintinagraben von Südosten nach Nordwesten durchquert. Die Yukonhochebene hat tiefe Täler, gerundete Gebirge und Permafrostgebiete mit stürzenden oder "betrunken" Bäumen.

Die Vegetation ist reich und sehr unterschiedlich. Sie hat Hartholz- und Weichholzwälder, Wiesen, über ein halbes Dutzend genießbare Beeren und seltene Pflanzenarten wie die gelbe Teichlilie. Einzigartig sind die heißen Quellen mit ihrem eigenen Mikroklima.

In diesem Bereich herrscht ein kontinentales Klima vor. Extrem kalte Winter und heiße Sommer sind in den breiten Täler vorherrschend.

Der Tintinagraben ist die größte geologische Störung in Nordamerika. Er ist einer von zwei Zugkorridoren der Zugvögel in das Yukon.

Entstehung des Tintinagraben

Minerallagerstätten sind ein Produkt der plattentektonischen Kräfte, welche die Erdteile verformen. Wenn zwei tektonische Platten zusammen treffen schiebt sich eine oft unter die anderen. Hierbei schmilzt, tief im Inneren der Erde, Gestein. Manchmal kommt das geschmolzene Gestein als Lava an die Oberfläche. Wenn es abkühlt bildet sich eine Kruste aus Graniten.

Ein modern Beispiel dieser Kräfte ist die tektonische Platte unter dem Pazifik, die sich unter Alaska schiebt. So sind die Insel der Aleuten entstanden, deren Vulkane heute noch aktiv sind. Vulkanische Felsen und Granite sind im Yukon häufig. Einige von ihnen enthalten Gold und anderen Mineralien. Die Erosion hat mit der Zeit das goldhaltige Gestein freigelegt. Das Gold gelangte in den Tintinagraben und reicherte sich im Flußsediment an, wie der berühmte "White Channel gravels" aus dem Klondike zeigt. Tektonische Aktivitäten, Vukanismus, Gletscherbewegungen und Auswaschungen der Sedimente zusammen brachten dieses Schottergestein mit dem Gold in einen Bereich, der durch die Menschen zugänglich wurde. Es war nur noch ein Sache der Zeit, bis man es entdeckte.

Einfach eine Sache der Zeit

Und die Entdecker waren 1896, in einem winzigen Nebenfluß des Klondike Rivers, fündig. Das führte zu einer der größten menschlichen Sagen die die Welt je gesehen hat - den Klondike Goldrausch von 1898.

Tausende Menschen und ihre Maschinen veränderten die Landschaft in und um Dawson herum. Andere Mineralien wie Kupfer, Silber, Blei, Zink und Kohle wurden entdeckt und entlang des Tintinagraben abgebaut.

Von Dawson City bis zum Watson Lake führte der Tintinagraben die größte Menge von Mineralien, deren Abbau möglich war. Es explodierte die Bergbauaktivität derartig stark, daß sie eine lebenswichtige Rolle in der Wirtschaft des Yukon einnahm.

Der Tintinagraben

Der Tintinagraben ist ein geradliniges Tal, das von Alaska bis zum Süden des Yukon verläuft. Es wurde erstmalig im frühen 19. Jahrhundert von dem Geologen der Geological Survey of Canada, R.G. McConnel aufgenommen. Der GSC gab diesem Tal den Namen "Tintina (Haupt) Graben".

Unterhalb des Tintinagrabens ist eine Bruchlinie, an der entlang sich das Grundgestein mindestens um 450 km seitwärts versetzte. Etwa 65 Million Jahre später liegt der Felsen heute unter Dawson City. In der Nähe des Ross River hat sich die Erdkruste vor über 8 Million Jahren, entlang der Bruchlinie getrennt, wodurch ein breites Tal, der Tintinagraben entstand.

Fließrichtung der Flüsse

Der Tintina hatte einen dramatischen Einfluß auf den Lauf der Flüsse. Die Form des Grabens erzeugte eine Fluß-ebene, die das Wasser nach Süden führten. Vor 3 Million Jahren, während der ersten Eiszeit, blockierten Eismassen den Wasserfluß. Das führte im Yukon zu einer Veränderung des Flußsystems.

Wasser, welches einmal in südlicher Richtung floß, wurde gezwungen nach Nordwesten, Alaska, zu fließen. Der mächtige Yukon River, der jetzt in die Beringsee fließt, floß früher nach Süden in den Golf von Alaska. Den Beweis des ehemaligen Flußverlaufs kann man an den alten Terrassen entlang des Flußverlaufs nördlich und südlich von Dawson sehen. Diese Uferreste enthalten Kiesarten aus den Ogilvie Mountains, 40 km nördlich. Diese Ablagerung war nur möglich, wenn der Fluß einmal nach Süden floß.

Auch noch heute

Geologische Prozesse formen noch heute den Tintinagraben. Von Bedeutung sind Erdrutsche zusammen mit Erosionen. Bald machen Erdrutsche 35% der Hügel im Gebiet des Tintinagraben nördlich von Dawson aus - ein Bereich mit dem höchsten Vorkommen derartige Veränderungen im Yukon. Weitere Informationen über die Geologie dieser Gegend erhält man bei einem Besuch des Museums in Dawson City.

Bei km 2.565 ist der:

Gravel Lake

Dieses wichtige Feuchtgebiet im Tintina Trench ist im Frühling und Herbst eine Hauptroute der Zugvögel. Etwas nördlich der Haltebucht am Highway führt eine schlechte Straße nach unten zum Seeufer. Wasservögel nisten hier im Frühsommer. Im Spätsommer ziehen hier Enten mit ihren Jungen. Wegen der besonderen Bedingungen im Tintina Trench halten sich hier auch manchmal seltene Vogelarten, wie Schwarzkopfruderente, Trauerente und das, meist nördlicher zu sehende, Amerikanisches Blässhuhn auf. Teppiche von gelben Wasserlilien blühen im Juli auf der Seeoberfläche. Birkhühner sind häufig im offenen Espenwaldland zu sehen.

Bei km 2.617 liegt der:

Moose Creek Campground (Gov.)

30 RV- und Zeltplätze, 6 nur für Zelte, Wasserpumpe, Schutzhütte, Spielplatz, Wanderwege, Fischen.

Ein 2,5 km langer Naturpfad zum Stewart River, mit Erklärungen, führt in den Nordwald entlang des Moose Creek. Der Rundweg dauert etwa eine Stunde. Man beachten den Wechsel von trockenem Weißfichtenwald zu Weiden im Überschwemmungsbereich. Man hört die Bewohner im Überschwemmungsbereich wie nordische Wasserdrossel, Wilson’s Grasmücke und Gelbkehlchen. Moskitos, die hier brüten, feiern in den kleinen Teichen ein Fest. Des Rückweg führt an einem trocken Grat entlang. Fischen kann man am Moose Creek und am Stewart River.

Bei km 2.641 sind die:

Silver Trail • Information

Hier ist das Informationszenter für den Bereich Silver Trail.

Auch der Whispering Willows RV-Campground liegt hier am Stewart River, kurz hinter der Brücke über den Stewart River, vor der man zum landschaftlich schönen historischen Silber Trail abbiegt. Das Fischgebiet ist groß! Man frage nach einem Fischplatz. Ein neues Restaurant aus dem Jahr 2002 besteht hier. Man teste das frischgebackene Brot, selbstgemachte Perogies und Bratwürste sowie frischen Kaffee. Eine Tankstelle ist hier vorhanden.

Der Silver Trail Highway, der als Versorgungszugang in das traditionelle Territorium der Na Cho Nyak Dun führt, bietet einen leichten Zugang zu alpine Bereiche und zu einige Seen. Auch sind die alten Silberminen zu erreichen.

Neben der Informationstafel kann man in einem Informationsstand weitere Unterlagen bekommen.
Whispering Willows RV (Priv.


Whispering Willows • Restaurant

Nach der Versorgung des Wohnmobils fuhren wir 200 m zurück, über die Brücke und bogen recht in den Siver Trail ein.

Bei km 2.645 liegt das:

Moose Calvin Key Habitat Area

Dieses ist ein Bereich, in dem das Jagen zum Schutz der Elche verboten ist. Hier bringen die Elche ihre Kälber zur Welt. Im Frühling ist hier der beste Ort, Elche zu beobachten.

Bei km 2.694 machten wir einen Stop in:

Mayo

Mayo wurde 1903 gegründet. Die umliegenden Ansiedlungen wurden 1984 eingegliedert.

Mayo liegt im zentralen Teil des Yukon. Dieses Gebiet ist der traditionell Lebensraum der Na Cho Nyak Dun. Der Straßenabschnitt in diesem Gebiet wird auch "Silber Trail" genannt. Er verbindet die Orte Stewart Crossing, Mayo, Keno City und die Bergbaugeisterstadt Elsa.

Der Silver Trail Highway beginnt am Klondike Highway in Stewart Crossing. Dieser seitliche Abstecher unterbricht eine Reise durch sensationelle Naturszenerien und bietet einige Ausflüge zum Wander, Fischen, Beerenpflücken und auch Campingmöglichkeiten. Die Fahrt durch Yukon´s bestens geheimgehaltenes Tal beginnt am Kondike Highway, an Brücke in Stewart Crossing. Auf dem befestigten zweispurigen Highway nach Mayo gewinnt man die ersten flüchtigen Eindrücke vom Stewart River. Etliche Haltebuchten bieten eindrucksvolle Aussichten auf das Permafrostgebiet.

Mayo biete alle Dienste die Reisende benötigen. Zwei Motels, Restaurant, Postamt, Sprituosenladen, Propangas und Benzin, Lebensmittelgeschäft, Swimmingpool, Pflegestation, RCMP, Flugplatz und Service für Gleitschirmflieger. Außerdem liegt an den Halfway Lakes, 26 km nördlich von Mayo, eine Lodge.

In Mayo kann man ein Flugzeug chartern, mit dem man zum Wind-, Bonnet Plume- oder Snake-Rivers fliegen kann. Diese Nebenflüsse des Peel River bieten gute Gelegenheiten zum Wildwasserfahren. Wildwassererfahrung ist erforderlich. Dieses Gebiet ist eine sehr ursprüngliche Ecke im Yukon. Es gibt keine Wege und Straßen und nur wenig Erschließung. Alle Flüsse haben klares Wasser und einige gute Zeltplätze. Alpine Wanderungen bieten manche Gelegenheit die Chance zu verbessern um Caribous, Elche, Wölfe, Grizzlybären, Alpenschneehühner und vielleicht sogar Steinadler zu sehen.

In Mayo liegt das Binet House, in dem eine Sammlung historischer Photos, Informationen und umfangreiche Darstellungen der Geologie des Permafrostbodens, der Tiefe, der Felsdeformation, der Geschichte des Eises und des Silbererzbergbau, zu finden sind. Außerdem ist hier ein 3D-Relief, das dieses Gebiet darstellt. Eine Farbbroschüre mit Karte von diesem Gebiet ist hier erhältlich.


Kirche


Motel North Star

5 km hinter Mayo, Richtung Keno, endet am Five Mile Campground (Gov.) der befestigte Highway.
Eine gut befahrbare Schotterstraße führt weiter über den Silver Trail zur kleinen Ansiedlung Keno.

Bei km 2.706 passierten wir den Five Mile Campground (Gov.).